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Warum?

Das Mädchen stolpert, stockt, es taumelt, ich werde den Augenblick nicht vergessen in dem ich sah, dass es fallen würde. Ich wusste dass etwas zerbrechen würde, würde sie erst auf dem kalten Boden aufschlagen. Ihre Glieder zerschmettert würde sie liegen bleiben, ich würde sie aufheben und ein Stückchen tragen, aber sie würde nie wieder die Kraft haben aus eigenem Willen zu gehen.

Da waren andere, vertraute Menschen um uns herum, die stumm dem Schauspiel zusahen und noch halb bewundernd klatschten, als das Mädchen versuchte seinem Schicksal zu entkommen. Sie wollten nicht helfen, nein, viel mehr ahmten sie die Bewegungen des Mädchens nach, ohne Gefahr zu laufen ihren eigenen, sicheren Halt zu verlieren. 

Was soll ich tun, in dem Moment in dem das Mädchen den Kampf aufgibt, den es seit so langer Zeit kämpft? Ist ihm denn klar, dass ich helfen wollte? Dass ich es nicht gekonnt hätte, ohne es noch mehr zu verletzen? Dass ich es nicht konnte und um seinet Willen nicht wollte, als ich es hätte tun sollen? Habe ich versagt? Hat sich das Mädchen selbst entschieden irgendwann zu fallen?

Wann wird es genug sein? Wieder stehe ich vor hohen, grauen Wänden aus Angst und Ungewissheit was sein wird. Manchmal wünschte ich, dass ich dem Mädchen diese Wände zeigen könnte. Aber das Mädchen ist zu sehr auf seinen eigenen Drahtseilakt fixiert. Noch hält es sich rudernd auf den Beinen.-Wie lange noch?

Ich wende meinen Blick ab. Mich der Wahrheit verweigern, ja, dass tue ich. Genauso wie die  zuschauende Menge. Und das Mädchen dem keine Flügel geschenkt werden. Es wird nichts geschenkt in unserer heutigen Welt. Man muss sich die Dinge verdienen. Aber wer verdient heute noch etwas, für sein Selbstmitleid oder seine Ignoranz? Die Antwort liegt nahe: die Unschuldigen.

Nur dass keiner unschuldig sein kann. Das ist das Problem.

12.5.07 00:40
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


silent_light / Website (15.5.07 17:14)
voll traurig.. sehr zum nachdenken..
aber es gibt wirklich viele situationen, in denen man nichts tun oder gar nichts tun kann... im alltag. sind normalerweise nicht so "schreckliche" situation, nicht so viel von abhängig, zumindest vom äußerlichen. was im inneren anderer oder fremden menschen vorgeht, kann man ja nicht beurteieln... vll ist dass das problem, dass man dann hilflos ist, auh wenn man helfen möchte...
gar nicht so einfach...

silent-light


life0is0fiction / Website (15.5.07 23:16)
ja.. regt sehr zum nachdenken an....
und tief traurig..
aber leider irgendwie wahr..

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